Diese drei Musiker zahlen in Europa zu den Besten ihres Fachs: Trompeter Markus Stockhausen, im Jazz wie auch in der klassischen Musik zu Hause, der norwegische Bassist Arild Andersen und Patrice Heral, einer der vielseitigsten Schlagzeuger und Perkussionisten uberhaupt. Seit 1998 bildeten sie ein festes Ensemble, das sich fur sein furioses Debutalbum Karta mit dem norwegischen Gitarristen Terje Rypdal Verstarkung geholt hatte. Mit Joyosa erweitert sich das Trio nun zum Quartett, denn hinzugekommen ist der aus Ungarn stammende Gitarrenvirtuose Ferenc Snetberger. Wer Andersens erdiges Bassspiel kennt, wei?, dass er gerne den Kontrapunkt der "feinen" Saiten sucht. Nur spielt Snetberger keine Stratocaster, sondern ein akustisches Instrument. Hier klingt sein Anschlag meist wie auf einer Spanischen Gitarre, mit der er sanft nach brasilianischen Harmonien fahndet. Joyosa lie?e sich auch als eine Art imaginarer Folklore bezeichnen. Aber genauso gehen Pop und Jazz in der Imaginationskraft des Quartetts auf, die sich gangigen Beschreibungen entzieht. Bis auf die nachhallenden Loops der gestopften Trompete in "The Waltz" haben sich Stockhausen, Andersen und Heral ubrigens aller Effektgerate entledigt. Im Gegensatz zu Karta, wo etwa Heral noch einen Boomerang-Phrase-Sampler einsetzte, geht es hier ausschlie?lich akustisch zur Sache. Dabei ist Joyosa ein ungemein entspanntes Album, das zwischen eher atherischen ("The Waltz") und ausgesprochen groovigen Stucken ("Freund") einen ungeahnten Reichtum an Melodien entfaltet. Zugleich bietet es eine Tiefe und Komplexitat, wie sie in dieser Mischung aus dichter Notation und einiger Improvisation spannender nicht sein konnte. Ein Traum von Musik, ein Album der leisen Superlative! --Roman Rhode