Nicht weiter uberraschend uberrascht die Mardi Gras. b(ras)b(and) mit ihrem vierten Album Heat die Welt aufs Neue und Trefflichste. Fiebrig schwarze Blasmusik, vermischt mit Funk, HipHop und allerlei Sudamerikanisch-Karibischem zu einer zuckend-trunkenen Tanzmaschine, welcher sich niemand entziehend kann, der auch nur einen Rest Rhythmus in den Adern hat. Der schrage Wustentango des Vorgangeralbums Zen Rodeo wird ebenso zitiert, wie der schwul-schmierige, funky Groove von Supersmell und das authentische New-Orleans-Feeling des Debuts Alligatorsoup. Ohne sich dabei im Geringsten zu wiederholen, gelingt dem Elfer aus Mannheim hier die komplette Verschmelzung all dessen, was sie konnen und lieben. Dr. Jochen Wenz' knarziges Organ quengelt aus hinterster Ecke zur wieder mal unerhorten Vielseitigkeit der Band, die kein Experiment auslasst, um ihren Sound noch quirliger klingen zu lassen. Heat entzieht sich konsequent jeder Kategorisierung, ist Aufregung und Coolness zugleich, wenn vielleicht auch nicht immer Hohepunkt des Schaffens der Ausnahmekapelle. Das Gegenteil von Langeweile. Easy Listening fur Fortgeschrittene. --Felix von Vietsch